Super 35mm / Großformat

Electronic Cinema

Der de Facto Standard für die professionelle Fernsehproduktion sind heute Kameras, welche mit einem 2/3 Zoll Chip ausgestattet sind. Das entspricht in etwa der Größe des 16 mm Filmformats. Im szenischen Film ist das 35 mm Filmformat aber das Maß der Dinge. Neben der höheren möglichen Auflösung sind vor Allem die Gestaltungsmöglichkeiten der selektiven Schärfe ein wesentlicher Vorteil des größeren Bildes.

 

Die Canon C300 Cinema EOS

Cinema EOS-C300

Jahrelang war Canon nur über den Umweg EOS 5D am Großformat Boom beteiligt. Eine Foto-Kamera mit zusätzlichem Video-Modus ohne vernünftige Ton Eingänge. Bis zur Vorstellung der C-300. Was zunächst aussieht wie eine übergrosse Kleinbildkamera lässt sich, nach einigem Umdenken, ausgesprochen gut, vor Allem auch im dokumentarischen Bereich, verwenden.

 

 

The Empire strikes back: Sony FS-7

sony fs-7

F3, FS-700, Sony reagierte eindeutig vor Canon auf den Trend. Aber trotz der unbestreitbaren Vorteile welche die FS-700 im Hinblick auf die Zeitlupenfähigkeit bietet: Welcher Kameramann dreht schon gerne mit einem Backstein mit aufgesetztem Sucher?

Die FS-7 ist als Schulterkamera designt. Vorbild soll die Aaton XTR aus den 80er Jahren gewesen sein. Der ergonomische Quantensprung ist die FS-7 out of the box mit Sicherheit nicht. Mit diversen Anbauteilen lässt sich das Gerät aber an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Der klare Vorteil der FS-7 ist die Vielseitgkeit: 4k in allen Flavours bis hin zu RAW. Effiziente und zukunftsichere Codecs. Und dank des E-Mounts lässt sich via Adapter nahezu jede Optik verwenden: Canon EF, PL, und mit Center Crop auch B4.

 

LUT´s, LOG-C, und warum die Bilder aus einer 100000 € Kamera manchmal nicht mit einer Handykamera mithalten können

LUT ist die Abkürzung für Lookup-Tabelle. In der  Informatik werden LUTs verwendet, um Informationen statisch zu definieren und diese zur Laufzeit des Programms – zur Vermeidung aufwändiger Berechnungen oder hohen Speicherverbrauchs – zu benutzen.

Diese Definition ist zunächst für den Kamearmann unbrauchbar und überflüssig. Am Einfachsten betrachtet man eine LUT als Schablone in die ein Kamerabild gepresst wird und dann entsprechend aussieht.

Die gängiste Schablone für Bewegtbild ist derzeit Rec.709. Monitore sind so gebaut, daß das Bild aus einer Rec.709 Schablone gut aussieht.

Die erste Rec.709 Schablone wurde vor 26 Jahren gebaut. Fernsehen will immer möglichst kompatibel sein, deswegen wird die Schablone bis heute benutzt.

Jede moderne professionelle Kamera kann heute viel mehr als die Uralt Schablone Rec.709 zulässt. Trotzdem ist Rec.709 das Mass der Dinge sobald man einen herkömmlichen Monitor benutzt. Monitore sind gebaut um Rec.709 gut aussehen zu lassen.

Zeichnet man nun in Arri LogC, Canon Log oder Sony S-Log auf, wird das Bild auf einem normalen Monitor alles Andere als gut aussehen. Verwaschen, farblos und flau. Fernsehen braucht Rec.709 mit allem Anderen können die Geräte nicht wirklich was anfangen.

Es ist also unverzichtbar das Kamera-Rohmaterial in die Rec.709 Schablone zu pressen. Bei modernen Schnittprogrammen wie FinalCut Pro, Avid oder Premiere geht das mit einem Mausclick.

Warum also nicht gleich mit Rec.709 aufzeichnen, wenn hinterher eh nur Rec.709 versendet wird?

-Weil sich das Bild auch in der Rec.709 Schablone viel besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Es ist ganz einfach sehr vielmehr Information auf der Karte.

– Weil das Bild auch viel besser für Nicht-Fernsehanwendungen Filmaufzeichnung, Grossprojektion oder Möglichkeiten die es in Zukunft noch geben wird, brauchbar ist.

– Weil es nichts kostet. Man produziert ein viel optimaleres, zukuntfsicherers Format zum gleichen Preis.

Es ist nun mit Sicherheit keine gute Idee sich morgens zum Ersten mal für eine Log-C Aufzeichnung zu entscheiden, wenn das Material abends noch auf Sendung gehen soll. Man muss testen ob die vorhanden Schablonen funktionieren oder auch in wie weit man eigene bauen kann und möchte.

Aber: Auf die Möglichkeiten welche die modernen Großformat-Kameras zu verzichten ist absoluter Unsinn. Es ist so als ob man einen Sportwagen hat und nur die ersten 3 Gänge benutzt. Das wirkliche Potential des Gerätes lässt sich nur mit der schablonenfreien Aufzeichnung nutzen.

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